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Ein leidiges Renault-Hemd trotz Werbung

Viele können kaum verstehen, dass es überhaupt so weit kommen kann. Aber ich weiss, warum es so bleiben wird. Tragen Sie ein Hemd? Wenn ja, ziehen Sie zwischen zwei Knöpfen die linke und rechte Seite Ihres Hemdes auseinander. Wenn Sie nun den rhombenförmigen Ausschnitt, der Einblick auf Ihren Luxuskörper gewährt, mit dem Logo einer bekannten Automarke vergleichen, wissen Sie, wovon ich spreche.

Auf den Punkt gebracht: Mein Ranzen spannt. Das ist quasi so, wie wenn Ihr Renault dauernd getankt wird, aber den ganzen Tag in der Garage steht. Gleich verhält es sich bei mir persönlich. Ich weiss, ich muss mehr Kalorien verbrennen. Ich zähle also zu der Zielgruppe von Menschen, die angesprochen werden wollen (ich bettle förmlich darum!), um die Grottoria-Wein-Streifen und den Schrofen-Speck, die um meinen Rumpf verteilt sind, loswerden zu können. Aber niemand spricht mich darauf an!?

Ich sehe zwar laufend Plakate von einer Mucki-Bude. Aber die sind angsteinflössend. Kein Wunder also, bleibe ich dick, wenn die sich nicht im Geringsten an den Regeln und Funktionen von Werbebotschaften orientieren. Der Informationsgehalt dieser Plakate ist mager, aber vor allem motivieren sie mich nicht. Weil sie Menschen zeigen, die so aussehen, wie ich nach einem Jahr Dauertraining nicht aussehen werde. Und ich weiss von einer meiner liebsten und schönsten Schwägerinnen, dass selbst sie den Vergleich mit den gezeigten (noch schöneren) Damen scheut.

 

Machen Sie es bitte besser …

… und orientieren Sie sich (kommunikativ) an folgenden Eckpunkten:

1. Information

Werbung soll den Kunden über seinen Vorteil bei Produkten, Neuerungen und Qualitätsmerkmalen informieren.

2. Motivation

Werbung soll den Kunden motivieren, ein Produkt zu erwerben oder sich näher mit dem Produkt auseinanderzusetzen (z. B. bei Neueinsteigern in einem Markt).

3. Sozialisation

Ziel der Werbung kann es auch sein, Mitgliedern einer Zielgruppe Werte zu vermitteln. Beispiele sind Kampagnen wie jene zur Aufklärung über Aids oder das Recycling von Batterien.

4. Verstärkung

Ein weiteres Ziel der Werbung ist, den Kunden, der motiviert ist, ein Produkt zu erwerben, in seiner Entscheidung zu bestärken. Wichtig ist die Verstärkung darüber hinaus bei der «Nachkaufwerbung». Diese Form der Werbung versucht dem Kunden möglichst viele Argumente dafür zu liefern, dass er eine gute Entscheidung getroffen hat, um so mögliche Zweifel an der Kaufentscheidung zu beseitigen.

5. Unterhaltung

Ein sicher peripheres, aber nicht unbedeutendes Ziel ist die Unterhaltung von Kunde und Zielgruppe. Im Vordergrund steht dabei immer der Versuch zu verhindern, dass Zielgruppenmitglieder sich durch Vermeidungsverhalten (Umschalten, Weiterblättern, …) der Werbemassnahme entziehen. Wer auffällt, wird nicht übersehen.

Marktspezifische Ziele von Werbung

  • Einführung eines Produkts
  • Durchsetzung gegenüber Konkurrenzprodukten
  • Expansion des Marktanteils
  • Behauptung einer Marktführerschaft

Halten Sie sich an dieses kleine 1 x 1 der Werbung, ist Ihnen die Hälfte Ihres Kommunikationserfolges gewiss.

unterschrift_gut200
Ihr Thomas Gut

Literaturempfehlung

Werbe- und Konsumentenpsychologie: Eine Einführung.
Autor: Georg Felser.

1 Kommentar

  1. 26. Mai 2015

    Werbung ist heutzutage wirklich für kein Unternehmen mehr verzichtbar. Viele Firmen sind aber nicht kreativ genug, und heben sich mit Werbemitteln wie Kugelschreiber nicht von der Konkurenz ab. Daher verwende ich immer besondere Werbemittel die dem Kunden im Gedächnis bleiben.